Wenn Thomas Peak nicht in der Online-Community für experimentelle Literatur unterwegs ist, schreibt er Romane über das ewige Strahlenland, genannt »Beachlandia«. Wenn Thomas schreibt, dann manifestiert er sich als Tom Ghostly. Tom Ghostly ist eine Figur, die somit sowohl in seiner Welt als auch auf der binnenfiktionalen Ebene seiner »Beachlandia«-Romane auf die eine oder andere Weise … existiert.

Tom Ghostly fungiert aber auch als eine Art Avatar, auf den er sich als Schreibender mit all seinen Gebrechlichkeiten projizieren kann (wenn es denn nicht Tom Ghostly ist, der sich auf ihn projiziert). Und nicht zuletzt hilft Tom Ghostly ihm dabei, sich innerhalb des ewigen Strahlenlandes selbst mit beiden Beinen zu verorten und dort staunend herumzutappen, ob nun in »geisterhaften Galoschen« oder »normalen Stiefeln«.

Thomas Peak ist kein Autor oder Schriftsteller – und doch Schreibender, könnte man sagen. Ein Schreibender, der an Tagen, an denen er nicht schreibt, kein Geisterjunge ist, beizeiten aber geisterhaft genannt wird. Er nimmt nicht gerne am gesellschaftlichen Alltag teil, ist nahezu das ganze Jahr über blass und hat in Schulzeiten wenig bis gar nicht gesprochen, weshalb Lehrer und Mitschüler ihn manchmal als »Geist« titulierten. Er wurde, wie ihm scheint, erst gestern im deutschsprachigen Raum geboren und will nun – ehe seine Seele evaporisiert –, schreiben, bis die Zeit stehenbleibt, seine Füllhalter und Computertastaturen schwingen, als ob es damit die Signaturen von Geistern einzufangen gälte – ob sie nun garstig sind oder freundlich –, und das alles lieber in ganz geisterhafter Haut als in völlig normaler.

Übrigens ist Thomas Peak bestenfalls von tertiärer Bedeutung, wenn er nicht schreibt, aber schreibt er, so kreist sein wild fluktuierendes Wesen mutmaßlich um unten angeführte Pole. Der eine oder andere mag sich in der Lage sehen, aus all diesen Feldern eine Art Persona zu assemblieren:

✺ Uncreative writing & Theorien des Plagiarismus
✺ (Dunkle) Institutionen- sowie Universitätsromane
✺ Marginalo-, Fußnoto- und Endnotologie
✺ »The Waste Land«-Gelehrtentum
✺ Poetik des Scheiterns
✺ Hauntologie
✺ ergodische Literatur & mutlikursale Erzählanlagen
✺ Etymtheorie
✺ transgenerische und eklektische Formen der Literatur
✺ Einflussangst
✺ Textfluidität
✺ Post-Postmodernismus
✺ anhedonische Protagonisten der Literatur
✺ auto-exegetische Formen der Literatur
✺ monomanisches Schreiben
✺ Translatologie & experimentelle Quasi-Translation
✺ markt-negierende Literatur außerhalb materialgebundener Publikationsbedingungen
✺ Posthermeneutische Deutungspraktiken
✺ obsessives Verhalten zu Schreibwerkzeugen
✺ human-nichthumane Gefüge in der Artusdichtung (Ding-Agentivität)
✺ Morphologie der Kafkaismen
✺ Lacanische Jouissance
✺ Pan-Fiktionalismus
✺ Theorien der Autorschaft & »posture«
✺ Topoi der Herausgeberfiktion
✺ Indie-Philologie
✺ Blanchot’sche literarische Räume
✺ drolatisch-narratologische Textzugänge
✺ Textgenese, v. a. nicht-lineare & modulare
✺ Epistemologie des Nicht-Wissens
✺ transgressive Literatur
✺ anti-akademische Künstlerische Forschung
✺ die Unheimlichkeit der ontologisch fremden Schreibhand
✺ topologisches Schreiben
✺ typophasmatische Textphänomene
✺ Material Turn und Techno-Determinismus in den Literaturwissenschaften
✺ kuriose Phänomene der Zeitlosigkeit in Schreib-Szenen